Der Bergsturz zu Köfels im Ötztal

historisch, geologisch und zugleich die Beschreibung einer Exkursion. Von Klaus Büchl

Bergstürze gehören zu den Alpen wie die Sonne zum blauen Himmel. Sie sorgen dafür, dass die Berge nicht in den Himmel wachsen und es gibt sie in allen Größenordnungen. Es ist eine Frage der Definition, ob man bereits das Abbrechen eines einzelnen Felsens, eines Steines, der zu Tal rollt, als Bergsturz bezeichnet. Es ist die alte Frage: Bei wie vielen Bäumen beginnt der Wald? Kleine Bergstürze, bei denen nur wenige Kubikmeter Gestein zu Tal stürzen, sind häufig. Es dürften im Alpenbereich einige tausend im Jahr sein. Ins Bewusstsein der Menschen, das heißt heute in die Medien, dringen nur spektakuläre Ereignisse vor. So waren es im vergangenen Jahr die Bergstürze am Eiger, die auch der Tagesschau eine Nachricht wert waren. Die Bild-Zeitung nahm sie in ihre Schlagzeilen auf und sah bereits das Ende der Alpen in naher Zukunft voraus. Auf zwei Millionen Kubikmeter schätzen Geologen die vom Absturz gefährdete Felsmasse. Zwei Millionen Kubikmeter sind zwei Kubikkilometer. Das ist nicht wenig, aber im Verhältnis zum Eiger mit grob geschätzten 100 Kubikkilometern Volumen eine kleine Menge. Es wird den Eiger auch nach dem Bergsturz noch geben. Bisher waren es nur ungefähr 0,4 Kubikkilometer Gestein, die vom Eiger abbrachen und auf den Grindelwaldgletscher stürzten. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Wann weitere Massen zu Tale donnern werden ist unbekannt. Es kann morgen oder auch erst in Jahren sein.

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