Vulkanismus Zentrale Sahara

20. Januar 2021

Dr. Thomas Pawellek

Internetvortrag

Jabal Haruj und Wau En Namus: Geologische Expedition in eine kaum bekannte Vulkanprovinz in der zentralen Sahara


Der Jabal Al Haruj bildet mit 45.000 km2 eine der größten Vulkanprovinzen in ganz Nordafrika. Trotz ihrer Größe ist nur wenig über sie bekannt. Ziel dieses Artikels ist es, diese bedeutende Vulkanprovinz näher vorzustellen. Das charakteristische Merkmal des Jabal Al Haruj sind die zahlreichen Eruptionsspalten, die eine beträchtliche Länge von bis zu 80 km erreichen können. Auch die dabei geförderten Lavaströme erreichen z.T. eine beachtliche Länge von bis zu 65 km. Die vorherrschenden Vulkanbauten sind Schildvulkane und Schlackenkegel. Stratovulkane und Tephrakegel treten dagegen nur untergeordnet auf. In der Regel sind die Vulkanbauten klein. Sie erreichen lediglich Basisdurchmesser von unter 100 m bis wenige km. Ihre Höhe liegt meist deutlich unter 100 m. Die meisten Vulkanbauten sind entlang km-langer bis mehreren 10er km langen Förderspalten aufgereiht. Förderprodukte sind überwiegend Alkali-Olivin-Basalte, Basanite und Olivin-Tholeite. Über die Ursachen des Vulkanismus gehen die Meinungen stark auseinander. Bislang werden sowohl rein tektonische Ursachen, ein Manteldiapir („Hot Spot“) als auch ein passives upwelling von Mantelmaterial in Betracht gezogen.

Posted in Vorträge Rückblick and tagged .