Die Folgen eines drastischen Meeresspiegelanstiegs vor 23 Millionen Jahren im Alpenvorland

Mittwoch  01.12.2021      18:15

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Hofmayer, Felix MSc

Paläontologe (Landesaufnahme, Geologische Bundesanstalt)

Das Alpenvorland wird geologisch der Molassezone zugeordnet und wird als Nordalpines Vorlandbecken bezeichnet. In diesem Becken lagerten sich im Paläogen und Neogen die sogenannten Molassesedimente ab. Es handelt sich dabei um Meeressedimente und Flusssedimente, die aus den Alpen, der Fränkischen Alb und der Böhmischen Masse abtransportiert wurden. Während des Oligozäns vor etwa 23 Millionen Jahren war die Westhälfte des Beckens Festland mit riesigen Flusssystemen, die nach Osten entwässern. Die Osthälfte, die bis nach Niederösterreich reicht war jedoch von einem Meer bedeckt. Dieses Meer stieg um etwa 200 Meter an, was zahlreiche Veränderungen bewirkte. Vor Allem die Lebewesen in diesem Meer wurden davon beeinflusst und passten sich den Bedingungen an. In Oberösterreich nahe bei Linz befindet sich ein Aufschluss in einer Sandgrube, der 40 Meter mächtige Sedimente dieses Meeres zeigt. Schon mit dem ersten Blick auf diesen Aufschluss erkennt man die Veränderungen, die der Meeresspiegelanstieg in dieser Zeit bewirkte. Mit den zahlreichen besonderen Fossilien (Muscheln, Haie, Korallen, Blätter, Fische,Seeigel, Einzeller) und den Sedimenten aus diesem Aufschluss konnten die Bedingungen genau rekonstruiert werden und es konnten die geographischen Veränderungen im Alpenvorland ergründet werden.